Semi-Finale
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30. April 2017

BEST OF: Proben des ersten Halbfinales | #ESC2017


Jetzt wird es ernst: traditionell reisen in den kommenden Tagen alle 42 Delegationen an und die Teilnehmer des ersten Semi-Finales werden auch bereits ihre erste Probe haben. Dafür stehen jeder Delegation im ersten Probendurchlauf 30 Minuten auf der Bühne zur Verfügung. Vorrangig geht es im ersten Probendurchlauf um die Tontechnik und die Kameraeinstellungen. Auch kollidieren die Vorstellungen der Delegationen zum ersten Mal mit der Realität. Zum ersten Mal sind die Künstler_innen im Anschluss an ihre Proben live auf eurovision.tv zum Chat anwesend, um sich den Fragen der Fans zu stellen. Genug Zeit, um sich jetzt nach den Highlights des ersten Probentags umzuhören.

Norma John / eurovision.tv
Die größte Überraschung des Tages war das finnische Duo Norma John, denn sie überzeugten nicht nur mit einer perfekten gesanglichen Leistung, sie kreierten auch eine ganz besondere Atmosphäre in der Halle in Kiew. Gesanglich definitiv die beste Leistung des Tages!


Dihaj / eurovision.tv
Viele Pluspunkte konnte die aserbaidschanische Sängerin Dihaj sammeln. Nach ihrem katastrophalen Auftritt in Amsterdam lieferte sie heute eine gute stimmliche Leistung ab und eine spannende Performance mit Pferd. Das macht Lust auf mehr und bringt Dihaj wieder ins Rennen der Topfavoriten!


Robin Bengtsson / eurovision.tv
Eine solide Probe lieferte auch der Schwede Robin Bengtsson ab. Wie zu erwarten behält er die Laufband-Perfromance aus dem Melodifestivalen. Passend dazu wurde dieser durchschnittliche Popsong mit durchschnittlicher Stimme dargeboten. Da geht noch mehr.

Doch natürlich gab es nicht nur positive Überraschungen. Einige Künstler sollten die nächste Woche nutzen, um noch an sich und ihrer Performance zu arbeiten, sonst könnte das Ende im Halbfinale drohen:

Blanche / eurovision.tv
Etwas verloren wirkte die belgische Künstlerin Blanche auf der Bühne. Eine kühle, lichtdurchflutete Inszenierung lassen ihre Stimme noch mehr verblassen. Hier sehe ich noch Verbesserungsbedarf, weil sonst ihr Favoritenstatus platzen könnte.


Slavko Kalezic / eurovision.tv
Die schlechteste Darbietung des heutigen Probentages kam aus Montenegro: Slavko Kalezićs Stimme hielt dem großen Druck, den es braucht um eine derart große Halle mit Musik und Stimmung zu füllen, nicht Stand. Der gesamte Auftritt war viel zu leise und einer Uptempo-Nummer nicht gerecht. Zudem wird Slavko wahrscheinlich alleine auf der Bühne stehen, was das Ganze noch unsicherer wirken lässt. Hoffentlich verbessert er sich!


Du wirst nicht Kiew live dabei sein? Kein Problem, dafür gibt es ein breites Angebot den Contest auch bequem von Zuhause aus mitzuerleben: ethnokult.blogspot.de/2017/04/der-eurovision-song-contest-2017

7. Mai 2016

Vorabanalyse des ersten Halbfinales | #ESC2016


Das erste Halbfinale steht an und achtzehn Länder bzw. Künstler wollen unbedingt das Finale am 14. Mai erreichen. Wie gewohnt, qualifizieren sich aber nur zehn der folgenden Künstler für das Finale. In den vorangegangenen Proben kristalisierte sich gut heraus, wer es versteht live zu performen und wer damit Schwierigkeiten hat. Aber beim ESC geht es mittlerweile um viel mehr, als nur um den Gesang. Eine auffallende Performance, eine tolle Ausstrahlung oder eine große Social Media-Rage gehören längst mit zum Erfolgsgeheimnis. Hier ist meine Vorabanalyse und Prognose für das erste Halbfinale:


Finnland: Sandhja / Sing It Away

Das schwierige Los des Anfangs hat Finnland in diesem Jahr zugewiesen bekommen. Aber daraus, oder vielleicht genau deswegen, macht sich die junge Sängerin mit indischen Wurzeln gar nichts. Im Gegenteil, ihr positiver, danciger Popsong geht direkt ins Ohr und animiert zum Tanzen. Leider weiß der Großteil der Fernsehzuschauer nicht, was für ein unglaublich sympathischer Mensch Sandhja ist, deshalb könnte es mit dem Finale sehr knapp werden!

Finale? - (leider) Nein. 
 


 Griechenland: Argo / Utopian Land

In Zeiten, in denen alles auseinander zu fallen droht klammern sich Menschen gerne an Hoffnung. Genau diese hoffnungsvolle Botschaft vermitteln die Künstler der Band Argo mit ihrem Aufruf: "Begleitet uns ins utopische Land!" Das könnte in angespannten Zeiten tatsächlich imposantes Gehör finden. Und sollte die Message nicht ankommen, dann tut es der typisch griechische Klang mit Bouzouki und Trommeln. Folk hat besonders in Osteuropa viele Freunde.
Finale? - Nein.



 Moldawien: Lidia Isac / Falling Stars

Bei diesem Lied handelt es sich wahrscheinlich um genau das, was alle mit dem ESC verbinden: Klassischer Eurodance-Pop mit Glitzerkleidchen und umspielenden Tänzer. Der Refrain ist wirklich sehr eingängig, Lidias Stimme live allerdings etwas wackelig, sodass das Ganze letztlich sehr kühl und staksig rüber kommt. Aber wer weiß, im Weltraum ist es auch kühl. 

Finale? - Nein.


 Ungarn: Freddie / Pioneer

Eine Stimme, bei der man schon nach dem ersten Ton Gänsehaut bekommt - das ist das Markenzeichen von Freddie. Kombiniert mit seinem Hundewelpen-Blick verzeiht man dem ungarischen Model und Sänger auch die etwas langweilige Inszenierung. Wirklich schade, denn in diesem Jahr hat er definitiv die beste Stimme aller männlichen Künstler. 

Finale? - Ja!



 Kroatien: Nina Kraljić / Lighthouse

Wie ein echter Fels in der Brandung steht Nina auf der in Wellen getauchten Bühne und weist uns mit ihrer glasklaren Stimme den Weg. Irgendwie glaubt man ihr das, was sie da singt einfach. "Because there is a light guiding my way. Keeping me safe when oceans rage" - Und dabei ist nicht nur ihr Kleid ein echter Lichtblick. Den Kroatien dringend mal wieder braucht, denn das Land qualifizierte sich zuletzt 2009 für das Finale. 

Finale? - Sehr knapp, aber ja.



 Niederlande: Douwe Bob / Slow Down

Dieses Mantra wirkt zwischen all den lauten Popsongs und Stimmgewalten gleich viel eindrucksvoller. Douwe zeigt, dass es nicht immer laut, schrill und überladen sein muss, sondern auch mal chillig und ruhig sein kann. Und das gilt nicht nur für die ESC-Bühne. 

Finale? - Ja.



Armenien: Iveta Mukuchyan / LoveWave 

Wie ein kleines Theaterstück wirkt der armenische Beitrag in diesem Jahr. Man hat das Gefühl in drei Minuten so viel zu sehen, und vor allem zu hören. Dabei sind vorrangig Einflüsse aus dem Pop aber auch typisch armenische Ethnoklänge machen den Song zu einer musikalischen Welle, die einen überkommt und staunend zurück lässt. Der Beitrag sticht definitiv hervor. Leider ist Deutschland in diesem Halbfinale aber nicht stimmberechtigt, sodass es keine Pukte an Armenien vergeben kann, denn die Sängerin Iveta hat bereits bei The Voice of Germany teilgenommen.

Finale? - Sie wird den Einzug knapp verpassen.



San Marino: Serhat / I Didn't Know

Auf Erfahrung setzt San Marino in diesem Jahr mit dem türkischstämmigen Serhat, der bereits jahrelang im Musikbusiness ist und schon mehrere Singles veröffentlicht hat. Besonders gut kommt sein retrolastiger Popsong in den Social Medias an, wo er europaweit viele Menschen begeistert. Allerdings bleibt oft unklar, ob das wahre Begeisterung ist oder eher Ironie. 

Finale? - Nein.



Russland: Sergey Lazarev / You Are The Only One

Ein aufwändig und hochwertig produzierter Popsong, der sofort ins Ohr geht, zusammen mit einer bis ins letzte Detail durchinszenierten Performance - das ist der russische Beitrag von Sergey Lazarev. Man kann förmlich riechen, dass Russland sich damit den ESC nach Moskau holen will, um nicht "erkaufen" zu sagen. Keine Frage, Song ud Performance lassen den Zuschauer beeindruckt zurück, aber ist ein derart charmeloser Song wirklich der beste Song Europas? Ich bezweifle das sehr. 

Finale? - Keine Frage, natürlich.



Tschechien: Gabriela Gunčíková / I Stand

Eine der schönsten Balladen des diesjährigen Contests kommt aus Tschechien und wird von einer gestandenen Künstlerin dargeboten. Gunčíková ist weit über ihre Heimat Tschechien hinaus bekannt nachdem sie nach Kalifornien ging, um dort am Transsibirischen Sinfonieorchester mitzuwirken. Wenn das mal keine guten Voraussetzungen sind. 

Finale? - Erstmalige Finalqualifikation für Tschechien!



Zypern: Minus One / Alter Ego

Eine zypriotische Coverband, die Rocksongs singt - eine ungewöhnliche Zusammensetzung. Aber was passt besser zum ESC als Außergewöhnliches? Nun gut, derart außergewöhnlich ist der Popsong mit Rock-Elementen dann auch nicht, aber er ist definitiv eine Erfrischung zwischen den vielen weichen Popklängen. Und in gewisser Weise erinnert er an Songs von Linkin Park oder 30 Seconds To Mars. Gefällt mir!

Finale? - Könnte knapp werden, aber ja!



Österreich: ZOË / Loin D'ici

Gute Laune pur versprüht nicht nur der Song, sondern auch die junge Österreicherin Zoë. Stets ein Lächeln auf dem Gesicht und immer gut gelaunt, das macht sie sehr sympathisch. Hinzukommen ihre vielseitigen musikalischen Erfahrungen, die sie seit Kindertagen sammelt. Ein cleverer Schachzug war zudem das Lied auf Französisch zu singen, denn erst vor Kurzem war hier zu Lande eine junge Sängerin namens Louane sehr erfolgreich. Ob das Zufall war? 

Finale? - Nein.



Estland: Jüri Pootsmann / Play

Tiefer Blick und eine markante Stimme, die Merkmale für den Auftritt des Esten Jüri Pootsmann, der in seiner Heimat ein gefeierter Nachwuchs-Star ist. Und mehr brauch es auch nicht, denn Jüri fesselt den Zuhörer mit seiner Stimme sehr, man hört ihm gerne zu. Obendrauf gibt es noch ein nett arrangiertes Bühnenbild, das einen mit ins Casino nimmt. Hier setzt jemand volles Risiko auf Finale!

Finale? - Ja.



Aserbaidschan: Samra / Miracle

Wir alle sollten an Wunder glauben - das sagte Samra im Zusammenhang mit der Message ihres Songs. Und ja, wenn man ihren Livegesang hört, dann muss man tatsächlich an Wunder glauben, denn der ist wahrlich nicht der Beste. Aber das wird prima kaschiert mit güldenen Outfits, einer perfekten Dance-Choreographie und viel Pyrotechnik. Am Ende wird der Goldregen Samra ins Finale befördern. Für die Goldmedaille wird es aber hoffentlich nicht reichen. 

Finale? - (leider) Ja.



Montenegro: Highway / The Real Thing

Wieder etwas Rockiges. Die Betonung liegt auf "etwas", denn der Song ist sehr durcheinander und wirr. Aber wer weiß, vielleicht reißt das Gitarrensolo ja noch alles raus. 

Finale? - Definitiv nicht.



Island: Greta Salóme / Hear Them Calling

Wir alle kennen sie, die dunklen Stimmen des Alltags. Ängste, Emotionen, Erinnerungen - manchmal hindern sie uns an unserem Erfolg. Dass man gegen diese "dunklen" Stimmen kämpfen sollte, davon singt Greta, die Island übrigens schon einmal 2012 in Baku vertrat. Dementsprechend professionell und perfekt sahen auch ihre Proben aus. Das schreit nach Top 10. 

Finale? - Sicher!




Bosnien & Herzegowina: Dalal & Deen feat. Ana Rucner & Jala / Ljubav Je

Langweilig wird es bei diesem Ensemble von Balkan-Persönlichkeiten in jedem Fall nicht. Das Duo Dalal & Deen ist schon seit Jahren erfolgreich im Musikbusiness. Deen vetrat 2003 sogar schon einmal Bosnien & Herzegowina beim ESC. Ana Rucner ist eine kroatische Cellistin, die auf dem gesamten Balkan vor ausverkauften Konzertsälen spielt. Und für einen Kontrast auf der Bühne sorgt der bekannteste bosnische Rapper Jala. Zusammen greifen sie mit ihrer Inszenierung ein sehr schweres Thema auf, die Flüchtlingsdramatik. 

Finale? - Ja.



Malta: Ira Losco / Walk On Water

Als letztes Land im ersten Halbfinale geht Malta an den Start. Showtechnisch hat der letzte Platz es meistens einfacher, da die Aufmerksamkeit fast überkocht und der letzte Platz jetzt noch eher im Gedächtnis bleibt, als der erste Beitrag. Diesen Bonus wird Ira auch unbedingt benötigen, denn ihr Song lädt zwar ein zum Tanzen aber richtig Stimmung mag beim zuhören irgendwie nicht aufkommen. 

Finale? - Nein.

2. Mai 2016

BEST OF: Proben des ersten Halbfinales | #ESC2016



Die heiße Phase hat heute offiziell begonnen. Der Großteil der 42 Delegationen wird im Laufe dieser Woche nach und nach in Stockholm ankommen, und die Teilnehmer des ersten Semi-Finales werden auch bereits ihre erste Probe haben. Traditionell stehen dabei jeder Delegation im ersten Probendurchlauf 30 Minuten auf der Bühne zur Verfügung. Vorrangig geht es im ersten Probendurchlauf um die Tontechnik und das manifestieren der Kameraeinstellungen. Auch kollidieren die Vorstellungen der Delegationen zum ersten Mal mit der Realität. Außerdem gaben die Künstler auch ihre ersten offiziellen Meet & Greets, die dahingehend spannend sind, dass man sieht, was (oder was auch nicht) den Künstler ausmacht. Genug Zeit, um sich nach den Highlights des ersten Probentags umzuhören.  

San Marino: Serhat / I Didn't Know
 Mit einem netten Arrangement und einem Background-Tanzensemble, wie wir es aus dem offiziellen Musikvideo kennen, überrascht Serhat. Vielleicht würden ein paar Gelb- und Goldtöne dem Ganzen ein bisschen mehr Glanz verleihen und über den ausbaufähigen Gesang hinwegtäuschen, aber das wird. Ganz sicher.  

Kroatien: Nina Kralijc / Lighthouse


Glasklare Stimme, eine wie zu erwartende wasser- und wellenlastige Performance sowie verspielte, anmutige Lichtinszenierung. Schiff ahoi für den kroatischen Finaleinzug!



Moldawien: Lidia Isac / Falling Stars

 Zugegeben, die größte Livesängerin ist Lidia nicht, aber wenn die Background-Sänger vielleicht etwas lauter singen und der Tanzboy noch ein bisschen akrobatischer tanzt, dann wird das. Da bin ich mir fast sicher.
 
Armenien: Iveta Mukuchyan / LoveWave
Definitiv gesanglich die größte Überraschung des heutigen Tages war Iveta Mukuchyan, denn bei ihr saß nicht nur jeder Ton da, wo er hingehört, sie kann sich auch sehr gut bewegen. Viel mehr wäre auch eigentlich nur überflüssig. Änderungsbedarf sehe ich allerdings bei der Lichtinszenierung, denn die wirkte heute noch relativ belanglos und unpassend zum Beitrag. 


Natürlich gab es heute auch "Lowlights", was überraschend nur Männer waren. Ungarns Freddie hat zwar eine umwerfende Powerstimme, die einem bei seinen hohen Tönen fast automatisch Gänsehaut zaubert, aber eine Performance war gar nicht vorhanden. Dagegen zu viel performte Russlands Sergey Lazarev, dessen überdimensionale Spiel- und Kletterwand fast ein bisschen so wirkt, als würde er die ESC-Bühne für einen erneuten Videodreh nutzen. Langweilig too much!
In jedem Fall können wir gespannt sein, was diese Probewoche noch für uns bereit hält.

Du bist nicht in Stockholm mit dabei? Kein Problem, der 61. Eurovision Song Contest wird natürlich auch im Fernsehen übertragen:  http://ethnokult.blogspot.de/2016/04/der-eurovision-song-contest-2016-im.html


20. Mai 2015

#ESC2015 - Vorabanalyse des zweiten Semi-Finale


Auf ins zweite Semi-Finale des 60. Eurovision Song Contest! Diesmal treten 17 Nationen an, um eines von zehn Tickets für das große Grand-Final am Samstag zu ergattern. Dabei ist zu bemerken, dass das zweite Halbfinale das wesentlich schwerere von beiden ist. Nicht nur aus dem Grund, dass ein Land mehr antritt, auch die Qualität und Varietät der Songs ist erheblich besser, im Vergleich zu den Songs des ersten Halbfinale.

Hoffen wir, dass das zweite Halbfinale dem ersten in nichts nachstehen muss, und uns so gut wie möglich unterhält. Die Künstler so gut wie möglich in Szene setzt. Und so viele Brücken schlägt, wie die Wiener Stadthalle tragen kann. Ich freue mich!

Im Folgenden nun wieder mein Kommentar zu allen Beiträgen, die wir am Donnerstag sehen werden. Die Reihenfolge wird der der Show entsprechen. Lasst mir gerne auch eure Meinungen zu den Songs/Künstlern hier. Was meint ihr, wer qualifiziert sich für das Finale? 



Litauen: Monika Linkytė & Vaidas Baumila / This Time


 Das Duo aus Litauen präsentiert Europa mit "This Time" eine sehr leichte Popnummer, die etwas Country mäßig daher kommt. Irgendwie erinnern sie mich zwangsläufig an Texas Lightning, die aber schon seit Jahren Geschichte sind. Und genau das beschreibt für mich den Song. Etwas, was man schon drölftausend Mal gehört hat, und sofort wieder vergisst. Auch wenn sie sehr harmonisch auf der Bühne agieren, und ihre Inszenierung einen leichten retro Touch hat, denke ich: 
Finale? - Nein!


 Irland: Molly Sterling / Playing With Numbers

Wow, man wird sprachlos wenn man bedenkt, dass sie erst 17 Jahre jung ist. Eine hübsche Ballade, die meiner Meinung nach, aber relativ schlecht inszeniert wird. Die Ballade brauch etwas Einsamkeit, etwas Verlassenheit, etwas Stille. Keine Band um sie herum, die die gesamte Atmosphäre zerstört. Lasst sie alleine auf der Waldlichtung sitzen, und alles wird gut, andernfalls könnte es sehr knapp werden.
Finale? - Ja!


San Marino: Anita Simoncini & Michele Perniola / Chain Of Lights

Der kleine italienische Zwergstaat San Marino. Ich bin so froh darüber, dass sie Europa jedes Jahr beweisen, dass es nicht auf die Größe eines Landes ankommt, sondern auf die Leidenschaft zur Musik. Und so schrieb dieses Jahr Ralph Siegel den san-marinesischen Beitrag.  Eine einfache Popnummer, mit ein paar mysteriösen Klängen, welche mir ganz gut gefallen. Auch haben Anita und Michele schon genug Bühnenerfahrung beim Juniorvision Song Contest sammeln können. Sie könnten uns also eventuell überraschen! 
Finale? - Nein!



Montenegro: Knez / Adio

 Da ist er, der alljährliche Balkan-Ethno-Popsong, den ich so sehr liebe. Knez besingt mit seiner sehr tiefen und gleichzeitig sehr eindringlichen Stimme, einen schmerzhaften Abschied. Er besingt, wie die Suche nach seiner verloren gegangenen Liebe, ihn über Berge, tiefste Gewässer und Höhen führt. Irgendiwe ein wenig kitschig, aber in jene Melodien könnte ich mich einfach jedes Mal erneut verlieren. Und in that kind of Bühneninszenierung auch! 
Finale? - Ich hoffe es so sehr!



 Malta: Amber / Warrior

 Der zweite Warrior-Song im Contest. Am Dienstag hat sich bereits die georgische Sängerin Nina Sublatti mit einem gleichnamigen Song für das Finale qualifiziert, und ich glaube, dass sie auch die Einzige bleiben wird. Ambers Song ist wirklich ganz nett, und auch gut inszeniert, aber ich kaufe ihr dieses "Kämpferinnen"-Image nicht ab. Die Melodie ihres Songs ist auch auf eine Weise eigen, aber im gleichen Zug so ausgeleiert. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. 
Finale? - Nein!


 Norwegen: Debrah Scarlett & Mørland / A Monster Like Me

Man möchte den beiden wirklich für immer zuhören, so wunderschön verzaubernd kommt ihre Ballade daher. Beide haben ganz besondere Stimmen, die einfach perfekt zusammen harmonieren, und den Zuhörer mit auf eine dunkle Reise nehmen. Denn der Text, den Mørland selber geschrieben hat, dreht sich um eine Phase der Trauer in seinem Leben. Genaueres wollte er nicht bekannt geben, um die Interpretation jedes Einzelnen nicht zu zerstören. Die beiden erzählen mit ihrem Gesang so viel, und eigentlich alles, dass es tödlich wäre nun noch mehr zu inszenieren. Sie machen alles richtig. 
Finale? - Definitiv!



Portugal: Leonor Andrade / Há Um Mar Que nos Separa

Wer? Wie? Wo? Was? Leonor hat, meiner Meinung nach, den a) langweiligsten b) uneingängigsten und c) unscheinbarsten Song des Contests. Also drei Rekorde hat sie schon mal inne, in diesem Sinne schon mal herzlichen Glückwunsch!
Finale? - Bitte, bitte, bitte nicht!


Tschechien:  Marta Jandová & Václav Bárta / Hope Never Dies

Die Hoffnung stirbt niemals, davon singen Marta und Václav zwar nicht in diesem Kontext, aber ich hoffe so sehr, dass sie es ins Finale schaffen. Die beiden haben sich nämlich vorgenommen "Tschechiens Arsch endlich mal nach vorne zu bringen", denn Tschechien war noch nie für ein Eurovision-Finale qualifiziert. Entsprechend hoch sind auch jene Stimmen voll Spott, die über den ESC sowie über die Teilnahme von Marta und Václav nur lachen. Dem zum Trotz haben sich Marta und Václav bisher bestens präsentiert, und die mitunter besten Pressekonferenzen abgehalten! Auch wenn das songtechnisch nicht 100% meins ist, stehe ich voll hinter ihnen!
Finale? - Ja!



Israel: Nadav Guedj / Golden Boy

"I’m a golden boy, come here to enjoy, I’m the king of fun, let me show you how we do it!
And I’m a golden boy, come here to enjoy just before I leave, let me show you Tel Aviv!" - Dieser Einladung folgen wir doch herzlich gerne. Der erst 16 Jährige Nadav vertritt Israel mit einer Oriental-Ethno-Popnummer, wie sie dieses Jahr einzigartig ist. Insbesondere seitdem die Türkei nicht mehr am Contest teilnimmt, sind solche Klänge so ziemlich von der Bildfläche bzw. aus den Ohren verschwunden, um so dankbarer bin ich Nadav dafür, dass er sie uns wiederbringt. Denn auch diese Beats tragen zur Vielfältigkeit des Contests bei, und beigeistern viele Menschen, insbesondere aus Südeuropa. Nadav verbreitet mit seiner Performance viel gute Laune, und "Party Party Party" wie er jetzt sagen würde. Die Inszenierung ist dem Song angepasst, und erinnert an die Fenster einer Moschee. Für den ganz großen Sieg wird es letztenendes nicht reichen, aber finale Top 10 dürften locker drin sein!
Finale? - Natürlich!



 Lettland: Aminata / Love Injected

Sehr feine Klänge erreichen uns aus Lettland, denn die Letten entsenden Aminata nach Wien, mit einer Electro-Popballade, die unter die Haut geht. Sie schmettert die Töne wie Speere von sich, und mitten in die Herzen. Zumindest in mein Herz. Sie injiziert mir die Liebe. Ich liebe. Ich liebe sie. 
Finale? - Knapp, aber ja!



 Aserbaidschan: Elnur Huseynov / Hour Of The Wolf

Es geht stimmgewaltig weiter, denn auch die aserbaidschanische Ballade von Elnur schlägt ein wie der Mond. Verziert mit einer fesselnden und bewegenden Bühneninszenierung, meiner Meinung nach der Besten bis jetzt, wird dieser Auftritt zu etwas Magischem. Man möchte den Wölfen am liebsten bis zum Sonnenaufgang zusehen. 
Finale? - Ja!




Island: María Ólafsdottír / Unbroken

Sterntaler, oder besser gesagt Nordlichttaler, auf der Eurovision-Bühne. María begeistert mich mehr mit ihrer Inszenierung, als mit ihrem Song. Klar kann man das Rad nicht ständig neu erfinden, aber die Vergleiche zu Emmelie de Forest sind einfach unumgänglich. Für mich kein Siegersong!
Finale? - Nein!



 Schweden: Måns Zelmerlöw / Heroes

Wir kommen zum Höhepunkt des Abends! Måns begeistert nicht nur durch seine unglaublich gute Stimme, sein tolles Aussehen und seinen charmanten Auftritt, auch sein Song ist rundum perfekt komponiert. Während die Strophen einen leichten Hauch von Nachdenklichkeit und Melancholie versprühen, reißt der Refrain so ziemlich alles mit, was emotional nicht fest ist. Es ist definitiv der eingängiste Refrain dieses Jahr, außer Acht ob er gerade darauf komponiert und konzipiert wurde. Er bewegt die Menschen, bringt sie zum Tanzen, zum Feiern. Und ist es nicht genau das, was einen Gewinnersong ausmacht, die Menschen mitzureißen? Außerdem hat Schweden etwas, was den meisten Künstlern fehlt, nämlich ein gut geplantes Konzept für die Bühneninszenierung. Die Show ist anmutig, berührend und faszinierend aber eben auch lustig. Sie wird sich in den Köpfen der Menschen festsetzen, da bin ich mir beinahe sicher. Ich glaube fest an ein Stockholm 2016! Go for it, Måns! 
Finale? - Natürlich!



Schweiz: Mélanie René / Time To Shine

Vom schwedischen Regen geht es in die Wälder, wohin uns die schweizerische Künstlerin entführt. Mélanie singt davon, wie sich ihr Leben verändert. Sie immer mehr an Selbstvertrauen gewinnt, und es Zeit wird, dass sie nun endlich strahlt, und eben "scheint". Eine tolle Message: HEY DU, GLAUBE AN DICH! AUCH DU KANNST SIE UMHAUEN MIT DEINEM STRAHLEN! Was diese Message mit der Waldinszenierung zu tun hat, bleibt mir jedoch verborgen. Gut finde ich sie dennoch, aber ob gut für das Finale reichen wird? 
Finale? - Nein!



Zypern: Giannis Karagiannis / One Thing I Should Have Done

Zarte Töne erreichen uns aus der Mittelmeerinsel Zypern. Giannis Song ist ein Stück Musik zum genau Hinören. Wenn man das macht, eröffnet sich einem ein wirklich toller Song, der auch unglaublich gut gesungen wird. Außerdem finde ich die Bühneninszenierung gelungen. Dass diese ruhigen Klänge zwischen all den Lauten durchaus eine Chance haben, hat sich am Dienstag beim ungarischen Beitrag von Boggie gezeigt. 
Finale? - Ja!




Slowenien: Maraaya / Here For You

Jetzt wird es kritisch, denn Maraayas Song hat für mich wieder diesen Zweispalt. Zum einen ist es ein echt netter Song, der durch diese Melodiezwirsel und die Luftgeige natürlich hängen bleibt, aber andererseits ist da nicht viel mehr. Ist das ein Gewinnersong? Nicht wirklich, aber dennoch ein guter Europopsong. 
Finale? - (leider) Nein!



 Polen: Monika Kuszyńska / In The Name Of Love

Ein wirklich tolles Ende für die Halbfinale. Monika ist eine wirklich sehr anmutige und stilvolle Sängerin, die ihre Message, die sie nun offensichtlich verkörpert, mit viel Stolz und Würde zeigt, und somit eine wirklich starke Brücke zum Abschluss baut. Nämlich eine für körperlich behinderte Menschen. Wir danken ihr dafür so sehr! 
Die Performance ist rundum gelungen, zugegeben ein wenig kitschig, aber passend zum Song. 
Finale? - Ja!

17. Mai 2015

#ESC2015 - Vorabanalyse des ersten Semi-Finale




Das erste der beiden Semi-Finale steht ins Haus, und wie in jedem Jahr, wird hier schon knallhart ausgesiebt. Kann ein Künstler nicht in seinen rund drei Minuten überzeugen, wird er nicht im Finale des größten Musikwettbewerbs der Welt auftreten können.
Andererseits sind die Semi-Finale auch eine Art "erste Beweisprobe" und natürlich auch ein riesiger Promoschub. Bereits fünf Jahre liegt es zurück, dass ein Land, der für das Finale vorqualifizierten Länder, einen Sieg errungen hat. Also wenn ein Song im Halbfinale überzeugt, wird er sicher auch im Finale tun.

In diesem Semi-Finale treten 16 Länder gegeneinander an, aber nur 10 werden sich am Ende für das Finale qualifizieren. Abgestimmt wird in einem 15-minütigen Zeitraum, in dem der Zuschauer die Möglichkeit hat abzustimmen. Diese Abstimmungen werden dann mit den Punkten der internationalen Jurys gegengerechnet.

Im Folgenden möchte ich vorab alle Songs für mich werten. Lasst mir auch eure Meinungen über die einzelnen Songs da! Die Reihenfolge wird der der Show entsprechen.


Moldawien: Eduard Romanyuta / I Want Your Love 

 Er hat die wohl schwerste Aufgabe von allen. Denn er wird der Allererste sein auf der großen Bühne. Mit seiner Uptempo Nummer wird er die Stimmung sicherlich gut anheizen. Stimme eher Nebensache. Und die Tanzmoves wirken dabei ziemlich osteuropäisch, aber das ist ja auch kein Wunder, denn er ist gebürtiger Ukrainer! Also ist die Ukraine, im weitesten Sinne, auch dieses Jahr dabei! 
Finale? - (leider) Nein!


Armenien: Genealogy / Face The Shadow

     Diese "weltweite Band" vereint Sänger von allen Kontinenten. Gemeinsam singen sie darüber sich seinen Ängsten zu stellen. Das Leben zu meistern und zu akzeptieren, auch wenn es aussichtslos scheint. Sich an die Guten Zeiten zu besinnen, um Kraft zu sammeln. Ohne Frage, gesanglich sehr hochwertig. Auch die Bühneninszenierung gefällt mir sehr gut. Ich denke, dass das nicht nur mich überzeugt. 
Finale? - Knapp, aber ja!


 Belgien: Loïc Nottet / Rhythm Inside

Mit eingängigen Beats und einer leicht speziellen Performance kommt der 19 Jähirge Belge Loïc Nottet daher. Seine Pressekonferenzen waren (ungewollt) sehr amüsant, da seine Englischkenntnisse durchaus bescheiden sind. Oder er war einfach "aufgeregt", wie er jetzt sicher gesagt hätte. Gesanglich fasziniert Loïc durch seine hohe Stimme, die sehr angenehm wirkt, meiner Meinung nach. Hoffentlich läuft im entscheidenden Moment alles nach Plan, denn er hat nach eigenen Aussagen noch kleinere Probleme mit der Choreographie. 
Finale? - Ganz sicher! 


 Niederlande: Trijntje Oosterhuis / Walk Along

Die Niederlande war in diesem Jahr das erste Land, was Song und Künstler bekannt gab. Am Anfang hoch im Kurs, zwischenzeitlich etwas verloren gegangen, doch jetzt wieder gefunden. Trijntje ist eine sehr sympathische und erfahrene Sängerin, die ganz sicher das Publikum begeistern wird, nicht nur mit ihrer tollen Stimme. Der Song hingegen ist, in meinen Ohren, jedoch schon nach dem dritten Mal hören einfach nur nervig. Ob das gut geht? 
Finale? - Könnte sehr knapp werden, aber ja!


Finnland: Pertti Kurikan Nimipäivät / Aina Mun Pitää

 Die finnischen Rocker faszinieren mich wirklich jedes Mal aufs Neue. Von ihrem Mut und ihrem Selbstvertrauen können sich so einige Menschen eine dicke Scheibe abschneiden. Ich auch! Ich bewundere sie so sehr, diese Message in Europa und der Welt zu zeigen. Schaut her, wir sind anders, aber wir können das dennoch! Gleichzeitig kritisieren sie mit ihrem Song oft vorhandene Vorurteile im Umgang mit Menschen mit Down-Syndrom. Der Song an sich ist einfach nicht mein Geschmack, was nichts daran ändert, dass ich sie auch als Sänger schätze. 
Finale? - Europa wird ihnen Respekt zollen, ja!


Griechenland: Marya Elena Kyriakou / One Last Breathe

Eine wunderschöne junge Frau, eine anmutige Ballade, die einige Tonlagen und Rhythmen bedient, sowie eine glänzende Bühneninszenierung machen die Eurovision-Ballade perfekt. Man findet einfach nichts, was man bemängeln könnte, rundum glänzend! 
Finale? - Sicher!


Estland: Elina Born & Stig Rästa / Goodbye To Yesterday
 
Meine zwei Sorgenkinder aus Estland. Ich liebe den Song so sehr, er erzählt eine Geschichte, mit der sich jeder identifizieren kann, der bereits geliebt hat. Wenn auch nur für eine Nacht. Die Stimmen von Elina und Stig harmonieren so perfekt zusammen, dass man sich einfach nur melancholisch verliert. Aber nun müssen sie genau das auch auf der Bühne rüber bringen. Und das was ich bisher in den Proben gesehen habe war einfach nur langweilig. Wenn man ganz gemein ist, könnte man auch behaupten sie wären die zweiten Common Linnets, denn die hatten im letzten Jahr ungefähr dasselbe Bühnenbild. 
Ich bete so sehr dafür, dass sie es doch schaffen, aber: 
Finale? - Nein!


Mazedonien: Daniel Kajmakoski / Autumn Leaves

Eher ruhige Klänge erreichen uns, im wahrsten Sinne des Wortes, auch aus Mazedonien. Mit dieser eher einfallslosen und zusammenhangslos wirkenden Bühneninszenierung wirkt der Song gleich anders. Jedoch im negativen Sinn. Verstärkt wird das durch die unpassenden Backgroundsänger, die normalerweise Hip-Hop singen. Es war ein großer Traum von Daniel mit ihnen aufzutreten, aber ob er sich damit einen gefallen getan hat? 
 Finale? - Nein! 


Serbien: Bojana Stamenov / Beauty Never Lies 

Die serbische Hera Björk. Bojana verfügt über eine unglaublich mächtige und umwerfende Stimme, die sie auch auf der Bühne on point einsetzt. Mit ihrem Song möchte Bojana ihre ganz eigenen Brücken bauen. Es ist egal woher du kommst, wie du aussiehst, welche sexuelle Orientierung du hast: Yes, I'm different and it's okay (Ja, ich bin anders, aber das ist okay). Damit erntet sie bei ihren Pressekonferenzen nicht nur viel Applaus, nein auch im Internet favorisieren sie viele. Ich schätze für den Sieg wird es nicht reichen, dafür ist der Song einfach einen Tick too much, einen Tick zu anstrengend. 
Finale? - Ja! 


 Ungarn: Boggie / Wars For Nothing

Die ungarische Friedenstaube landet auf der Eurovision-Bühne. In ihrem Song übt Boggie Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen, speziell bezogen auf die vielen Kriege die geführt werden.  Und damit müssen wir nicht mal über europäische Grenzen hinaus schauen, denn die Lage in der Ukraine ist immer noch höchst explosiv. Ihre Stimme hat etwas sehr beruhigendes, aber dennoch etwas reflektierendes. Ich befürchte, dass die Message leider untegehen wird. Friedensbrücken für Europa! 
Finale? - (leider) Nein!


 Weißrussland: Maimuna & Uzari / Time

 Auf den ersten Blick mag das zwar nicht auffallen, aber Maimuna und Uzari haben ihre Bühnenperformance einer ganz speziellen Person gewidmet. In einem Interview erklärten sie, dass sie ein junger Mann sehr berührt hat, der seit Jahren mit schwerem Krebs kämpft. Dafür ist der Song "Time" eine zutreffende Metapher. Vielleicht wollen die beiden auf diese Weise eine Brücke bauen. Ich finde den Song an sich ziemlich eingängig, und auch finalwürdig. 
Finale? - Ja!


Russland: Polina Gagarina / A Million Voices

 Auch hier haben wir wieder eine sehr hübsche und makellose junge Sängerin, die ihre Stimme in keinster Weise verstecken muss. Und das tut sie auch nicht, denn ihre Proben verliefen bisher immer sehr gut. 
Finale? - Ja!


Dänemark: Anti Social Media / The Way You Are
 
Ein Beitrag den ich nicht wirklich einordnen kann. Klar, der Song macht wirklich gute Laune, aber wirklich eingängig und anspruchsvoll ist er nicht. Eher ein Song, den man nach dem dritten Mal hören wegklickt, weil man ihn nicht mehr erträgt. Auch was die Inszenierung angeht, konnte man bei den Proben nicht wirklich sehen was uns erwartet. Vielleicht überraschen sie uns live in der Show mit etwas. Vielleicht aber auch nicht.
Finale? - Nein!


 Albanien: Elhaida Dani / I'm Alive

 Elhaida ist wirklich die Künstlerin, die bei mir den größten Wandel durchlaufen hat. Mit ihrem alten Song mochte ich sie überhaupt nicht. Als dann "I'm Alive" veröffentlicht wurde, war ich zunächst skeptisch ob die Ballade so funktionieren wird, aber nun bin ich mir sicher, dass sie das wird. Elhaida singt über eine Trauerphase, die fast jeder schon einmal durchlebt hat. Darüber, dass man, egal wie sehr man sich verletzt fühlt, weiter leben soll. Eben lebendig sein soll. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass sie damit auf eine feministische Art und Weise direkt Frauen anspricht. Eine weitere tolle Brücke! 
Finale? - Ja!


Rumänien: Voltaj / De La Capet (All Over Aigain) 

Nicht mit einer Botschaft, viel mehr mit einer Aufgabe ist die rumänische Band Voltaj nach Wien gekommen. Sie wollen mit ihrem Song auf die Problematik aufmerksam machen, dass immer mehr Kinder alleine zurück bleiben, und zu Waisen werden, weil Angehörige fliehen. Ebenso wehmütig, melancholisch und eher traurig ist auch ihr Song. Der mir auf Rumänisch sogar besser gefällt. Die Bühneninszenierung gefällt mir auch sehr gut, da sie ihr Anliegen nur noch mehr unterstreicht. Es macht aktiv auf die Problematik aufmerksam, wie man in einem Probenausschnitt sehen konnte. Mich würde es wirklich freuen, wenn wir sie ein zweites Mal sehen würden. 
Finale? - (leider) Nein!


Georgien: Nina Sublatti / Warrior

Das Beste kommt zum Schluss. Naja, fast. Aber in jedem Fall kommt hier ein echter Powersong auf uns zu. Die georgische Sängerin Nina besingt in ihrem "Warrior"-Song die Stärke und den Kampfgeist von Frauen. Und den verkörpert sie nicht nur durch ihre powervolle, fast schon aggressive Stimme, nein auch Bühneninszenierung und Outfit machen da keine Ausnahme. Für mich ein gelungener Beitrag! 
Finale? - Ja!

© Ethnokult und so.
Maira Gall