30. Oktober 2016

Die Zeit der vielen Vorentscheide | #ESC2017


Es steht noch nicht mal genau fest, wie viele Länder am Eurovision Song Contest 2017 teilnehmen werden, da packt es einige Länder schon mit den Vorbereitungen für den kommenden ESC in der Ukraine. Beispielsweise Deutschland startete den Aufruf für die Castings zur altbekannten, neuen Vorentscheidungs-Show "Unser Song 2017" (Voraussichtlich ab Januar 2017 mit Lena Meyer-Landrut, Florian Silbereisen und Tim Bendzko).

Logo des deutschen Vorentscheides
Aber auch in vielen anderen Ländern soll der Repräsentant im kommenden Jahr durch einen nationalen Vorentscheid gefunden werden. Ein erfreulicher Trend. Eine Auswahl von besonders beliebten Vorentscheiden:
- Schweden: Melodifestivalen 2017 (voraussichtlich ab Februar 2017)
- Albanien: Festivali i Këngës 2016 (voraussichtlich Ende Dezember 2016)
- Norwegen: Melodi Grand Prix 2017 (voraussichtlich März 2017)
- Dänemark: Dansk Melodi Grand Prix 2017 (vorausssichtlich am 25. Februar 2017)
- Estland: Eesti Laul 2017 (voraussichtlich ab Februar 2017)
- Ukraine: Jewrobatschennja 2017 (voraussichtlich ab März 2017)
- Spanien: Objetivo Eurovisión 2017 (voraussichtlich Mitte Februar 2017)
- Lettland: Supernova 2017

Das Ziel bei fast allen Vorentscheidungen: Möglichst junge, talentierte Nachwuchskünstler finden und fördern. Das ist in anderen Ländern schon lange Tradition und wird auch als essentiell in den jeweiligen Ländern angesehen. Beispielsweise in Estland, wo der Eesti Laul-Wettbewerb jedes Jahr die Chance für viele Künstler ist.
Natürlich werdet ihr hier auf ethnokult.com ausführlich über viele der oben genannten Vorentscheide informiert. Ein Grund mehr, regelmäßig vorbeizuschauen.

29. Oktober 2016

Ein Land im Aufbruch | #ESC2017


Die ersten Modernisierungen am Austragungsort des ESC2017, dem International Exhibition Centre, laufen bereits; ein Teil des Rahmenbudget wurde erst vor Kurzem verkündet: ganze 9,7 Millionen Euro (ca. 26.706.293 Hryvnia) soll der ESC im kommenden Jahr kosten und allgemein ist der ESC 2017 und seine Ausrichtung das Gesprächsthema der letzten Tage innerhalb der Ukraine.
Das ist gut, denn die Ukraine steht damit endlich mal nicht mit Negativmeldungen in den europäischen Medien.

Auch das Teilnehmerfeld für den nächsten ESC steht nun fest. Es haben 43 Länder ihre Teilnahme in der Ukraine bestätigt. So viele wie zuletzt in Düsseldorf 2011. Darunter auch Rumänien, was nach einem Schuldendebakel wieder mitmischen möchte. Klare Gewissheit haben wir mittlerweile auch bei der Türkei, der Slowakei und Bosnien & Herzegowina - alle drei Länder werden nicht teilnehmen, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. In der Slowakei findet man für den ESC nicht genug Publikum, um ihn einigermaßen erfolgreich zu präsentieren. Kein Wunder, denn in den acht Teilnahmen schaffte es das Land nur drei Mal überhaupt ins Finale (und das auch noch vor der Einführung der Halbfinale). Irgendwie verständlich, dass das slowakische Publikum da eher weniger interessiert ist.

Ein Aufbruch könnte auch der Vorstoß der EBU (European Broadcasting Union) sein, denn die wollen den ESC für mehr Länder zugänglich machen. Laut diversen ESC-Medien sollen assoziierte EBU-Mitgliedsländer die Chance haben, auch regelmäßig am ESC teilnehmen zu können. Darunter vielen die Namen USA, Kasachstan und Kosovo. Auch wenn das eher unwahrscheinlich ist, doch hatte die USA beispielsweise in diesem Jahr augenscheinlich Interesse am ESC-Spektakel, was jedoch mehr am Auftritt von Justin Timberlake gelegen haben könnte, als am Contest selbst.

Wie in jedem Jahr rumort es gewaltig in der ESC-Küche. Was, und vor allem wer alles im nächsten Jahr in Kyiv dabei sein wird, werden wir in den kommenden Monaten erfahren.

10. September 2016

Die Überraschung, die eigentlich keine war - KYIV 2017 | #ESC2017


Endlich ist es raus: Der Eurovision Song Contest 2017 wird in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stattfinden. Das wurde gestern vom verantwortlichen Fernsehsender NTU nach einem monatelangen Auswahlprozess bekannt gegeben. Und dennoch tat man bis zum Schluss, als wäre diese Entscheidung eine Überraschung gewesen. Sie war es nicht, denn verfolgte man den Auswahlprozess mit etwas wirtschaftlichem und weniger ideologischem Denken, so stellte man schnell fest, dass keine Stadt außer Kiew den Anforderungen an das Megaevent ESC gerecht wird. Persönlich hätte ich mich mehr für Odessa (Südost-Ukraine) gefreut, aber um die hohen Standards, die der ESC mittlerweile hat, zu erfüllen, wäre Odessa mindestens einen Schritt rückwärts gewesen. Aber wieso wäre das schlimm? 

Nicht nur die Erwartungen der Fans werden von Jahr zu Jahr höher, auch der Fernsehzuschauer will gefesselt werden. Das Business entwickelt sich weiter, und das ist gut so. Windmaschinen, Trick-Kleider und Anstandskomik reichen schon lange nicht mehr aus, um zu bestehen. Natürlich würde das dem ESC nichts abtun, wenn es in einem Jahr mal nicht ganz spektakulär pompös vonstatten geht, aber auch ein ESC muss sich weiter entwickeln, um weiter bestehen zu können. 

Und natürlich möchte sich auch das Gastgeberland, die Ukraine, im besten Licht zeigen. Sicherlich wäre es für die einen eine Genugtuung Russland gegenüber gewesen, hätte der ESC so nah an der annektierten Halbinsel Krim stattgefunden. Aber vielmehr sollte die Ukraine den ESC dazu nutzen die Folgen des Krieges abzuschwächen. Die Wirtschaft und den Tourismus anzukurbeln und mehr Menschen ins Land locken. Dafür ist Kiew als weltoffene, kulturreiche Stadt die beste Wahl.

Bisher haben 28 Länder die Teilnahme am ESC 2017 bestätigt, darunter auch Portugal, was nach einer einjähirgen Pause zum Contest zurückkehrt. Bei vielen Balkan-Staaten wie Kroatien oder Bosnien & Herzegowina ist die Teilnahme indes noch ungewiss. Beide Länder haben Geldprobleme und werden die endgültige Entscheidung wohl auf Anfang nächsten Jahres vertagen. Auch der Kosovo soll zum ersten Mal zum Contest eingeladen wurden sein. Die Teilnahme des Kosovos dürfte aber vor allem in Serbien für große Diskussionen sorgen.

27. August 2016

Was wurde eigentlich aus Jamala? - Ein Sommer voll Euphorie | #Eurovision


Es sollte ihr Sommer werden. Jamala gewann im Mai den 61. Eurovision Song Contest in Stockholm für die Ukraine. Seitdem hat sich Jamalas Leben eigentlich kaum verändert, denn die ukrainische Sängerin war auch schon vor ihrem Triumph in Stockholm ein bekanntes Gesicht in ihrer Heimat.

Jamala, die voller Inbrunst und Wehmut für ihre Heimat, und vor allem von ihrer Vergangenheit, gesungen hat, hat den Song Contest clever genutzt. Für viele mag íhr Auftreten unbeholfen und schräg gewirkt haben, was nicht zuletzt an ihren weniger optimalen Englischkenntnissen lag. Doch eigentlich hat genau das dazu beigetragen, dass Jamala letztendlich eine derart großartige Leistung auf die Bühne zaubern konnte. Sie war anders als die anderen Künstler - und genauso war auch ihr Lied anders als die anderen Lieder. Anders berührend.


Nach ihrem Sieg wurde sie euphorisch in der Ukraine empfangen. Denn in der Ukraine kann man noch zum Nationalhelden werden, wenn man den Son Contest gewinnt. Und das wurde sie auch, denn Jamala erhielt sogar vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko eine Auszeichnung. Danach ging es für Jamala erstmal auf große Europa-Tour. Viele Orte in der Ukraine aber auch Vilnius, Riga und Stockholm bereiste sie und konnte die Menschen mit ihrer bedachten, ruhigen aber energischen Art begeistern. Das macht eine Heldin aus. Begeisterung.


Es war absehbar, dass Jamala nicht den Ukraine-Konflikt lösen kann, aber eins ist sicher: Ihr Sieg tat den Menschen gut. Tausende, die zu ihren Konzerten gingen, konnten den Krieg, die Armut, die Korruption vergessen. Vielleicht nur ganz kurz, aber Ablenkung bringt auch immer einen Funken Hoffnung mit sich. 


Und Jamala? Sie wird ihren Weg weiter gehen, weiter Musik machen, wie sie es schon seit vielen Jahren macht. Ich bin mir sicher, dass Jamala zur Eurovision-Ikone wird. Nicht gleich dieses oder nächstes Jahr. Aber sie wird für immer die bleiben, die mit einem derart bewegenden Song, einer derart fesselnden Art und Aura gewonnen hat.


Ми читаємо нас!
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Bilder: Instagram / jamalajaaa

29. Juni 2016

MY TOP 35 ESC-Songs EVER (2006-2016) | #Eurovision


Über einen Monat ist das Finale des diesjährigen Eurovision Song Contests schon wieder her. Jeder Eurovision-Fan kennt dieses tiefe Loch, in das man nach dem Finale fällt. Mit der ESC-Welt ist es nämlich eigentlich wie mit einem Kreislauf. Von September bis Mai bereitet man sich auf den Contest vor, lernt Künstler kennen, kämpft sich durch die Vielzahl an nationalen Vorentscheiden und kürt seine Favoriten. Im Mai dann der vorläufige Höhepunkt. Von Mai bis September ist es dann aber schlagartig vorbei mit dem Informationsrausch. Wie als würde der Wasserhahn abgestellt werden. Alle müssen sich vom Rausch erholen, aus der ESC-Bubble auftauchen - als würde sie verrückt machen, wenn man zu viel davon konsumiert.

Man könnte diesen Zustand auch als das ESC-Sommerloch bezeichnen. Damit meine Blogleser aber auch in dieser Zeit nicht auf ESC-Content verzichten müssen, habe ich meine TOP 35 Songs der Jahre 2006-2016 zusammengestellt. Eine Zeitreise, die bei mir vor allem eins enthält: Trash, Ethno-Beats und Balkan-Pop. Ich wünsche viel Spaß beim Hören und in Nostalgie schwelgen!

PLATZ 35: Elena / The Balkan Girls (Rumänien, 2009)


PLATZ 34: Karolina Goceva / Mojot Svet (Ehem. Jugoslaw. Rep. Mazedonien, 2007)


PLATZ 33: Eric Saade / Popular (Schweden, 2011)


PLATZ 32: Urban Symphony / Rändajad (Estland, 2009)


PLATZ 31: Jelena Tomašević / Oro (Serbien, 2008)


PLATZ 30: Kejsi Tola / Carry Me In Your Dreams (Albanien, 2009)


PLATZ 29: Elena Risteska / Ninanajna (Ehem. Jugoslaw. Rep. Mazedonien, 2006)


PLATZ 28: Nelly Ciobanu / Hora Din Moldova (Moldawien, 2009)


PLATZ 27: Mor Ve Ötesi / Deli (Türkei, 2008)


PLATZ 26: Hera Björk / Je Ne Sais Quoi (Island, 2010)


PLATZ 25: Ann Sophie / Black Smoke (Deutschland, 2015)


PLATZ 24: Sirusho / Quele Quele (Armenien, 2008)



PLATZ 23: Kristína Peláková / Horehronie (Slowakei, 2010)


PLATZ 22: Tina Karol / Show Me Your Love (Ukraine, 2006)


PLATZ 21: ByeAlex / Kedvesem (Zoohacker Remix) (Ungarn, 2013)


PLATZ 20: Loreen / Euphoria (Schweden, 2012)


PLATZ 19: Nadav Guedj / Golden Boy (Israel, 2015)


PLATZ 18: Lena / Satellite (Deutschland, 2010)


PLATZ 17: Alyona Lanskaya / Solayoh (Weißrussland, 2013)


PLATZ 16: Sofi Marinova / Love Unlimited (Bulgarien, 2012)


PLATZ 15: Sopho Nizharadze / Shine (Georgien, 2010)


PLATZ 14: Elina & Stig / Goodbye To Yesterday (Estland, 2015)


PLATZ 13: Dino Merlin / Love In Rewind (Bosnien & Herzegowina, 2011)


PLATZ 12: Jamala / 1944 (Ukraine, 2016)


PLATZ 11: Hadise / Düm Tek Tek (Türkei, 2009)


PLATZ 10: Sanna Nielsen / Undo (Schweden, 2014)


PLATZ 09: Magdalena Tul / Jestem (Polen, 2011)
 

PLATZ 08: Ani Lorak / Shady Lady (Ukraine, 2008)


PLATZ 07: Emmelie De Forest / Only Teardrops (Dänemark, 2013)


PLATZ 06: Kalomira / Secret Combination (Griechenland, 2008)


PLATZ 05: Alexander Rybak / Fairytale (Norwegen, 2009)


PLATZ 04: AySel & Arash / Always (Aserbaidschan, 2009)


PLATZ 03: Måns Zelmerlöw / Heroes (Schweden, 2015)


PLATZ 02: maNga / We Could Be The Same (Türkei, 2010)


PLATZ 01: Mika Newton / Angel (Ukraine, 2011)

Dieser Song ist aus persönlichen Gründen mein absoluter Lieblingssong der vergangenen Jahre. Klar, melodisch wie textlich ist dieser Popsong wirklich kein Meisterwerk, aber manchmal verbinden wir mit Musik Momente. Und mit diesem Song verbinde ich einen der prägensten Momente meines Lebens.















































































































© Ethnokult und so.
Maira Gall